Gold für die Oreo-Praline

Eine Bekannte von mir sagte statt “Praline” immer “Parline”. Als Zuhörer dachte man sich dabei nur ‘Irgendwas haut da nicht hin.’ Bis ich sie bat, das Wort einmal ganz langsam auszuprechen und dann das Fehlerteufelchen hinter’m A winkte.
Ich komme darauf, weil Pralinen, egal wie ausgesprochen, nie wirklich mein Ding waren. Mit Marc de Champagne oder Sahne Orangen Trüffel kann man mich jagen. Da kommen irgendwie zu viele Geschmacksnoten in einen Happen Essbares.
Doch kürzlich habe ich durch eine Freundin die einfache wie geniale Alternative entdeckt: Oreo-Pralinen.

zutaten pralinen

So fix (ohne backen!) gelingen sie:

  • 1 Packung Oreo Kekse kaufen (gibt’ mittlerweile in jedem größeren Supermarkt)
  • 1 Packung Frischkäse
  • weiße und dunkle Kuvertüre
Kekse möglichst fein zerkrümeln, Frischkäse gleichmäßig untermischen, kleine Kugeln formen und auf mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, ca. 20 min. in den Tiefkühler stellen, Kuvertüre im Wasserbad oder ggf. in der Mikrowelle schmelzen, gekühlte Kugeln dort hineintunken, im Kühlschrank festigen lassen –>> selbstgemachte Pralinen genießen!

oreo pralinen

Nach kaum mehr als ‘ner halben Stunde Zubereitungszeit kann man seine Liebsten damit beglücken. Weil sie so schön simpel sind und im Mund zart schmelzen, haben sie es verdient, erstmalig mit Goldstaub eingepudert zu werden. Das Lebensmittelglitzer habe ich letztes Jahr von meiner liebsten Freundin geschenkt bekommen und für eine besondere Entdeckung aufgespart. Chapeau, Praliné! Auf dass du 2013 viele Serotoninspiegel ansteigen lässt und uns diesen Winter noch ein paar Nachmittage am Schneeflocken berieselten Fenster bescherst.

Und hier geht’s zu weiteren leckeren Rezepte zum Pralinen selber machen.

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Aus der Weihnachtsschickerei: Plätzchen-Post aus Christins Küche

Ich bin Christin und freu mich riesig über ein kleines Plätzchen hier im Blog für die Plätzchen-Post aus meiner Küche. Post aus meiner Küche ist eine süße Idee von Rike, Jeanny und Clara, die auch herzhaft sein darf. Alle zwo Monate geben die drei Damen von der Post ein neues kulinarisches Thema bekannt. Jeder, der Lust hat, meldet sich an und bekommt per Zufall einen Tauschpartner zugelost. Dann heißt es Kochbücher wälzen, Rezepte testen, verfluchen, verwerfen, (ein)kochen, backen, verpacken, verschicken. Uuuuund… auf die eigene Post warten: Denn gleichzeitig ist ein kleines köstliches Paket aus einer anderen Küche auf dem Weg zu mir.

Post aus meiner KücheDieses Mal: aus der Weihnachtsschickerei. Kniffelige Konfiserie kommt mir nicht in Küche. Stattdessen hab ich Butter mit dem Düsenantrieb schaumig geschlagen, Rezepte abgekürzt, dabei eingesehen, dass Geduld wohl eine der wichtigsten Backzutaten ist und am Ende dieses kleine Weihnachtspaket geschnürt. Also liebe Kathi, deck schon mal den Tisch für deine Post:

Lebkuchen-Likör

Lebkuchen-Likör

Rosmarin-Taler

Rosmarin-Taler

 

 

Hohohoooooch soll er leben, der Lebkuchen. Womit könnte man besser darauf anstoßen als mit einem kleinen Lebkuchen-Likörchen?! Zum kleinen Adventskränzchen gibt’s dazu Lebkuchen-Mini-Gugl, die gelingen ganz flugs und sind genauso schnell verputzt. Als drittes im Paket: herzhaft-süße Rosmarin-Taler mit Aprikosenmarmelade, die schmecken nach winterlichem Waldspaziergang, zumindest duftet meine Küche schon beim Backen so herrlich nach den Nadeln. Die schmecken am nächsten Tag übrigens noch saftiger, wenn dann die Marmelade in den Teig gekrochen ist, also perfekt, wenn sie noch unterwegs sind.

Zum vorweihnachtlichen Nachbacken, hier das perfekte kleine Glück zum Verschenken: die Mini-Lebkuchen-Gugl. Wer keine Form hat, kann auch Muffins aus dem Teig backen. Ich empfehle aber schwerstens diese Form für die eigene Küchenaussteuer, ich geb meine nicht mehr her.

Lebkuchen-Gugl

Lebkuchen-Gugl

Zutaten: 65g weiche Butter / 125g Magerquark – gut abgetropft / 170g Zucker / 250g Mehl / ½ Päckchen Backpulver / 1 Ei / 1-2 EL Lebkuchengewürz

Zubereitung: Backofen vorheizen (ca. 170 Grad). Butter, Quark, Zucker, Lebkuchengewürz und Ei in eine Schüssel geben, mit dem Handmixer vermengen. Zum Schluss Mehl und Backpulver dazugeben und mit den Knethaken zu einem Teig verkneten. Die Förmchen gut einbuttern und mit Mehl ausstreuen, damit nichts anbackt. Dann die Förmchen füllen und das Ganze für 10 Minuten in den Ofen. Fertig ist das Gugl-Glück!

Als hätten sich unsere Gedanken bei der Weihnachtsgrübelei getroffen gab’s auch in meinem Paket aus Kathis Küche kleine Küchlein: die fluffigen Schoko-Ingwer-Orange-Gugl schmecken so würzig weihnachtlich! Auch die Lebkuchen-Cantuccini habe ich gefeiert, sie lebten hoch, darauf noch ein selbstgemachtes Eierlikörchen – Prost und allerliebsten Dank!

Fröhliche Adventszeit, Christin

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In vollem Saft

Wenn die Nase trieft und die Glieder schmerzen, als wäre man über Nacht um 50 Jahre gealtert, hilft nur die heilige Dreifaltigkeit: Schlaf, Tee und natürliche Vitamine – am besten aus frischem Obst und Gemüse. Aber wer schafft es schon, die empfohlenen fünf Portionen am Tag davon zu schnurpsen? Erst recht, wenn man krank ist und sich der Magen schon bei dem bloßen Gedanken an Essen umdreht? Trinken fällt da leichter. Wie gut, dass ich in Südafrika voll auf den Geschmack von frisch gepresstem Saft gekommen bin. Zurück zu Hause konnte ich deshalb gar nicht anders, als mir direkt einen Entsafter zu besorgen. Jetzt, wo ich erkältet bin, wurde er sofort zu meinem besten Freund.

Das Prachtexemplar: Philips Entsafter HR1871

philips entsafterNie hätte ich geglaubt, dass ich so viel Zuneigung für ein Küchengerät empfinden kann. Okay, das gute Stück hat seinen Preis (159 Euro bei Amazon), aber bevor man sich eine labberige Plastik-Presse besorgt, an der man langfristig keine Freude hat, investiere ich lieber in einen zuverlässigen Kollegen aus Edelstahl. Und die frischen Obstsäfte, die ich mir oft mittags in einem Café für zwei bis vier Euro kaufen ging, habe ich mit meiner eigenen Maschine in wenigen Monaten dicke drin.

Der Philips Entsafter legt dazu eine 1a Performance hin. Ohne Vorarbeit zerhäckselt er zwei Äpfel, ein Bündel Trauben, eine Limette und ein Stück Ingwer in zwei Minuten. Auch die Verarbeitung von Ananas, Orangen, Beeren, Möhren und rote Beete überlasse ich nur noch ihm. Im Auffangbehälter bleiben nichts als Sägespäne vom Obst und Gemüse übrig, die Flüssigkeit wird ihm bis zum letzten Tropfen entzogen. Und mit 0,5 Liter Saft habe ich die täglichen fünf Portionen Früchte erledigt. Nach drei Tagen Saft-Kur war ich schließlich auch wieder hergestellt.

Was man sonst noch alles mit dem Teil anstellen kann, findet ihr in den Rezepten für Saft – Power-Drink aus Obst und Gemüse.
Schönes, gesundes Wochenende!

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Südafrika: Wenn man Geschichte im Essen findet

Der großartige Nelson Mandela sagte einmal: “Auch mit einer Umarmung kann man einen politischen Gegner bewegungsunfähig machen.” Er war es, der nach 27 Jahren in politischer Gefangenschaft und fast 90 Jahren Apartheid in Südafrika, das Land mit seinen vielen Bevölkerungsgruppen wieder versöhnte. Die meisten Südafrikaner verehren ihn dafür. Und man merkt, dass er ihnen bis heute Lebensmut schenkt.

Vielfalt statt Einfalt

People of Southafrica

Ich war mit meinem Freund zwei Wochen in Kapstadt und Umgebung, wir besuchten dort Freunde, die in den südlichsten Süden ausgewandert sind. Als wir das erste Mal in die Stadt hineinfuhren, dachte ich zuerst ‘Och, is eigentlich ganz überschaubar.’ Aber da uns die Lieben sofort zum Picknick auf einen Seitenhügel des Tafelbergs entführten, sah ich von oben die gigantische Weite, in die sich Kapstadt erstreckt.
In der Western Cape Province tummelt sich die halbe Welt. Dort leben – mittlerweile zum Glück friedlich mit- und nebeneinander – Weiße, Asiaten, Coloureds und Schwarze. Was mir sofort aufgefallen ist und ich so, ehrlich gesagt, nicht erwartet hätte: Die Menschen gehen sehr freundlich miteinander um. Wir haben uns so wohl gefühlt, dass wir sogar einen Tag im Township verbrachten. Auch dort begegneten uns nur lächelnde Gesichter. Keine brenzlige Situation, noch nicht mal ein böser Blick. Glück oder Tatsache? Ich fürchte, man lässt sich von den Warnungen zehntausend Kilometer weit entfernt manchmal ziemlich verrückt machen.

Die Vielfalt der südafrikanischen Bevölkerung findet sich auch in der Sprache wieder. Gesprochen wird Englisch, Afrikaans, das aus dem Niederländischen stammt und die holländischen Besiedler etablierten, und Xhosa, das ganz eigentümlich geschnalzt wird. Wie gerne hätte ich wenigstens ein Wort dieser Sprache gelernt, aber es ist mir leider nicht gelungen; meine Zunge ist talentfrei für die Schnalz-Laute.

Dafür durfte sie anderes Neues kennenlernen: Die südafrikanische Küche! Wie passend, dass über Kapstadts höchstem Berg stets seidige Schäfchenwolken hängen, weshalb er tatsächlich wie eine gedeckte Tischtafel aussieht. Bei dem Bild war ich natürlich sofort in meinem Element.

Südafrikanische Schmankerl: Breakfast, Springbok and Braai

Breakfast Southafrica

Schlemmen, schlemmen, schlemmen stand neben der Landeserkundung die folgenden Tage auf dem Plan. Die südafrikanischen Gerichte erinnerten oft an die britischen, mit einer ganz klaren Ausnahme: Es gab bestes Frühstück. Als Fan vom Frühstück habe ich selten in einem Land, außer in meinem eigenen, so gut, abwechslungsreich und gesund morgens gegessen wie in Südafrika.
Bereits am zweiten Tag zeigten uns unsere Freunde das Sidewalk Café. Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Klein und schlicht, von den Deckeln baumelten ein paar Papierherzen, an den Wänden klebte “I love my hood”, das Publikum war gemütlich und entspannt, das Personal locker und aufmerksam und das Essen … mmmhhhh. Neben leckeren Sandwiches mit Humus, Avocado und Salat, gab es dort so ausgefallene Konstellationen wie pochierte Eier mit Lachs, Spinat und Sauce Hollandaise auf einem gerösteten Croissant. Klingt gewöhnungsbedürftig, war aber der Hammer. Dazu bestellten wir immer einen frisch gepressten Saft, der uns so angefixt hat, dass unsere erste Amtshandlung zurück in Deutschland die Bestellung eines Entsafters war.

Dinner Southafrica

Abends frönten wir der Völlerei dann noch ausgiebiger. Wir waren klassisch afrikanisch und marokkanisch essen, haben riesige frische Burger in einer Garage versucht in unseren Mund zu geleiten, ohne uns dabei den Kiefer auszurenken und waren grillen, was man in Südafrika Braai nennt. Und so lang wie sich das Wort zieht, so lang ist auch der Vorgang an sich. Zum Braai nimmt man sich viel Zeeiit. Mit knurrendem Magen sollte man da nicht aufschlagen und seine innere deutsche Unruhe kann man gleich am Flughafen an die Garderobe hängen. Alles funktioniert am Kap etwas entschleunigter und ich stellte fest, wie innerlich getrieben ich sonst meinen Alltag bestreite. Völlig irre kam ich mir auf einmal vor.
Jedenfalls habe ich neben innerer Ruhe in Südafrika seit langem mal wieder richtig Appetit auf Fleisch bekommen. Bin ja sonst eher so ein inkonsequenter Vegetarier beziehungsweise eine mäkelige Fleischesserin. Also nix Halbes und nix Ganzes. Aber da es in Südafrika weniger Tiere aus Nutztierhaltung und mehr Wild, wie Springbock, Kudu und Strauß gibt, war es für mich eine äußerst schmackhafte Angelegenheit. Einen Vegetarier wird es nicht vom Hocker reißen, aber man hat dem südafrikanischen Fleisch quasi angeschmeckt, dass die Tiere frei gelebt haben. Die typische Beilage dazu ist Maisbrei, auch Pap genannt.

Wie in fast jeder Lebenssituation in Südafrika, merkt man auch beim Essen den Einfluss der vielen verschiedenen Kulturen. Es gab deutsche Bäcker, ja sogar ein Paulaner Bräuhaus, viele indische und malaysische Restaurants, amerikanisches Fast Food, britische Puddings und Cheese Cakes. Alles in allem eine sehr vielseite und abwechslungsreiche Küche. Zum Nachkochen findet ihr hier Rezepte aus Südafrika.

Geschlürft haben wir am liebsten natürlich guten südafrikanischen Wein. Der holländische Besiedler Jan van Riebeeck baute ihn bereits im 17. Jahrhundert in Südafrika an. Seither wächst und gedeiht er bestens in dem maritimen Klima. Außerdem mögen die Südafrikaner Cider und Cola mit Brandy.

Seit zwei Wochen sind wir zurück in Deutschland und ich hospitiere nun für einige Wochen in einer Lokalredaktion in Magdeburg. Ich bin also buchstäblich eiskalt in der Realität gelandet mit allem, was dazu gehört: Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Mehr zu meiner postafrikanischen Anti-Erkältungs-Ernährung beim nächsten Mal. Hatschi!

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¡Viva España! …und meine neue Glückszahl

Fünf Wochen, 25 Tage und 1000 Stunden intensivste Arbeitszeit liegen zurück. Weitere 500 Stunden werden im Januar folgen. Warum und was da genau entsteht, ist eine Überraschung, die spätestens im Frühling 2013 Freude beschert. Nur so viel: Ihr dürft gespannt sein! Leider ging die letzte Phase etwas zu Lasten von issassessen… Deshalb noch eine gute Nachricht: Das wird sich jetzt wieder ändern!

Die 5 ist scheinbar meine Glückszahl, denn sie erinnert mich auch an eine andere intensive Zeit: Vor fünf Jahren habe ich fünf Monate auf Gran Canaria gelebt.
Was glaubt ihr, was man jetzt, da es in Hamburg wieder schmuddelig wird, am meisten vermisst? Ja, all das, was die Deutschen gern als spanische Klischees abtun: Frühling im Winter, das Meer vor der Haustür, südländisches Temperament im Gemüt. Allem voraus aber fehlen mir die geselligen Abende in großer Runde zu später Stunde an einem Tisch voller Tapas und Wein. Wenn ich mir die Bilder von damals ansehe, komme ich vor Entzücken heute noch ins Stolpern.

tapas-gran-canaria

Chorizo, Manchego, Papas Arrugadas, Jamón Serrano, Vino Tinto… und das Leben ist ein Paraíso. Welch ein Glück, dass mir vor genau fünf Wochen der spanische Online-Gourmetshop Azafrán ein Päckchen voll mit spanischen Köstlichkeiten schenkte, die mir die Abende nach den stressigen Tagen versüßten.

azafrangourmet

Darin versteckten sich Manchego KäseHirschsalchichón, der Schinken Paletilla ibérica Pedro DomecqWildschweinpasteteRosquitas (ideal zu Käse, Chorizo, etc.), Luzimillar Rotwein, und Bassilipo Olivenöl. Alles echte Delikatessen, die ich so vorher noch nie probiert hatte. Der Schinken beispielsweise stammt von reinrassigen Iberico Schweinen, die auf einer Finca in der Sierra de Huelva aufwachsen. Dementsprechend kein Schnäppchen, aber seinen Preis allemal wert. ¡Muchas gracias Azafrán!

Mein weiteres Geschenk an mich selbst ist nun ein Urlaub in Südafrika. :) Natürlich bald mit kulinarischem Nachbericht. Und fünf Wochen wird es diesmal – trotz Glückszahl – nicht dauern. Versprochen.

¡Hasta luego!

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